Förderpflege

„Förderpflege bei Menschen mit Behinderungen ist ein Teil des pädagogischen Angebots und richtet sich immer nach den Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen. Die Förderpflege ist unabdingbar ein interaktiver Prozess. Dieser ist integriert in pädagogisches Handeln und dient u.a. der Wahrung und Förderung der Autonomie des Menschen mit Behinderung.“

Die pflegerische Versorgung der SchülerInnen mit Schwerstbehinderungen steht in der Sophie-Scholl-Schule immer unter dem Anspruch der Förderpflege. Neben reinen pflegerischen Maßnahmen werden hier insbesondere pädagogische und ethische Ansprüche beachtet und gewährleistet. Förderpflege meint nach unserem Verständnis nicht nur komplette Pflegetechniken und notwendiges medizinisches Wissen, sondern auch das Begleiten der pflegerischen Handlungen mit Einfühlungsvermögen, Kommunikation und Sensibilität, um grundlegende Bedürfnisse eines Menschen erkennen und erfüllen zu können. Dies setzt einen Beziehungsaufbau voraus, der durch die Elemente Sicherheit, Stabilität, Verlässlichkeit und ein grundlegendes Gefühl von Akzeptanz gekennzeichnet ist.

Förderpflege umfasst alle Aktivitäten im alltäglichen Leben, die geeignet sind, Schülerinnen und Schüler mit Schwerstbehinderung in alltäglichen Situationen zu aktivieren.
Dazu gehören:

  • Das Essen und Trinken
  • Das An- und Ausziehen
  • Körperpflege und Hygiene
  • Toilettentraining
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Lebenspraktisches Training
  • Basale Stimulation zur Eigenwahrnehmung
  • (Unterstützte-) Kommunikation
  • Lagerung und Entspannungshilfen

Für die Förderpflege wird viel Ruhe und Zeit benötigt, um bei dieser intimen Versorgung eine individuelle situationsbezogene Kommunikation zu gewährleisten. Menschen mit Schwerstbehinderungen verfügen häufig nicht über eine verbale Sprache. Sie drücken sich basal über Lautierungen, Töne, Gestik, Mimik, Körperspannung, Atemrhythmus etc. aus.

Die Versorgung dieser SchülerInnen liegt im Verantwortungsbereich der pädagogischen MitarbeiterInnen der Klassen. Zur personellen Unterstützung bei der Pflege stehen auch Hilfskräfte, FSFlerInnen, BFDlerInnen und PraktikantInnen zur Verfügung. Die zugewiesenen Pflegeaufgaben erfordern eine verantwortliche Einweisung und Begleitung durch die pädagogischen MitarbeiterInnen, wobei auch die Zumutbarkeit, das Alter der zu pflegenden SchülerInnen (wie auch der PraktikantInnen) und der Schutz ihrer Intimsphäre beachtet werden müssen.

Eine notwendige Voraussetzung ist, dass ausreichende Räumlichkeiten mit entsprechender Ausstattung zur Verfügung stehen. Unsere Pflegeräume sind mit elektrisch höhenverstellbaren Bobathliegen und Liftern ausgestattet.

Ein weiterer Aspekt in diesem Bereich ist die Versorgung bei medizinischen Notwendigkeiten oder behandlungspflegerischen Maßnahmen. Ambulante Pflegedienste kommen in unsere Schule, um spezielle Aufgaben, wie z.B. das Katheterisieren zu übernehmen.

Quellen:
„Was ist Förderpflege“ aus www.albatros-schule.de
Leitfaden „Erziehung - Bildung - Assistenz“ aus www.bag-hep.de
Die Förderpflege nach A. Fröhlich/ Ch. Bienstein

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